Armut und soziale Ungerechtigkeit in einem reichen Land
4. Mai-19:30 - 22:00
Armut und soziale Ungleichheit in einem reichen Land
Mit diesem Thema ist Prof. Dr. Christoph Butterwegge von der Universität zu Köln zu Gast beim Kolpingforum der Kolpingsfamilie Balve e.V. im St. Blasius-Pfarrheim.
Seit der Covid-19-Pandemie, der Energiepreisexplosion und der sich nur langsam beruhigenden Inflation dringt die Armut verstärkt zur Mitte der Gesellschaft vor, während sich der Reichtum immer stärker bei wenigen (Unternehmer-)Familien konzentriert. Die wachsende Ungleichheit ist das Kardinalproblem unserer Gesellschaft, wenn nicht der gesamten Menschheit. Während daraus im globalen Maßstab ökonomische Krisen, ökologische Katastrophen sowie Kriege und Bürgerkriege resultieren, die wiederum größere Migrationsbewegungen nach sich ziehen, sind hierzulande der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Demokratie bedroht.
Während die Armutsbetroffenen kaum noch an Wahlen teilnehmen, weil sie ihre Interessen von Parlament und Regierung seit Langem nicht mehr vertreten sehen, wodurch eine Krise der politischen Repräsentation entsteht, verlieren Mittelschichtangehörige, die Angst vor dem sozialen Abstieg haben, zunehmend das Vertrauen in die etablierten Parteien, wodurch Rechtspopulisten und Rechtsextremisten an Einfluss gewinnen. Gleichzeitig verfügen wenige Hochvermögende über immer mehr Macht, was sie befähigt, die Massenmedien, die Staatsorgane und deren Gesetzgebung zu beeinflussen oder – falls überhaupt nötig – zwecks Durchsetzung eigener Interessen massiven Druck auf die politischen Entscheidungsträger auszuüben.
Wer die Armut begreifen will, muss sich auch mit dem Reichtum beschäftigen, und wer die Armut wirksam bekämpfen will, muss den Reichtum antasten. Nach einer Klärung der Schlüsselbegriffe „Ungleichheit“, „Armut“ und „Reichtum“ werden die Ursachen der sozialen Polarisierung analysiert, aus denen abgeleitet wird, was getan werden muss, um sie zu beseitigen.
Wie immer sind alle, nicht nur Kolpingmitglieder, herzlich eingeladen.
Prof. Dr. Christoph Butterwegge hat von 1998 bis 2016 Politikwissenschaft an der Universität zu Köln gelehrt und zuletzt die Bücher „Deutschland im Krisenmodus. Infektion, Invasion und Inflation
als gesellschaftliche Herausforderung“ sowie „Umverteilung des Reichtums“ veröffentlicht.
