Reisebericht nach Ciacova in Rumänien

 

Autor: Siegfried Bönning, Mitglied des Arbeitskreises Rumänienhilfe der Kolpingsfamilie Balve

 

In der Zeit vom 3.6. bis zum 1.7.2003 habe ich die Caritas in Ciacova  mit dem Ziel der

Installation im neuen Schlachthaus in Petroman  besucht.

Der Flug mit der ungarischen Linie Males von Frankfurt nach Timisoara war problemlos,

auch wenn das Fehlen der Direktverbindung einen zusätzliches Umsteigen in Budapest bedeutete.

 

Die große Hitze von mehr als 40°C bereits im Juni war sehr ungewohnt und anstrengend.

Für die Ernte war die dadurch bedingte Trockenheit weitaus schlimmer, denn auch der Winter

war ohne nennenswerte Niederschläge geblieben. Die diesjährige Ernte in Ciacova wird ins-

besondere beim Weizen um 50% niedriger ausfallen als im Vorjahr.

 

Schwerpunkt meiner Arbeit sollte Vorbereitung und das Einweisen in die Installation der

Heizung und der Warmwasserversorgung für das Schlachthaus sowie für das neue Jugendhaus sein. Hierbei versuchen wir immer unser Wissen und den Umgang

mit neuen Materialien (Kupfer) an die Mitarbeiter der Caritas weiterzugeben. Gemeinsam

mit Johann Meier, einem in Schlosserei ausgebildetem jungen Mann, und anderen Helfern

sollten diese Arbeiten zügig begonnen werden.

Leider gehen die Uhren in Rumänien immer noch anders. Da zuerst die Materialien für die

Dächer ( Holz und Ziegel) gefehlt haben, war der Baufortschritt schon erheblich verzögert.

Zu allem Überfluss musste ich feststellen, dass das Rohrmaterial für die Heizung ebenfalls

Fehlte, das früher reichlich vorhandene Material war in großen Mengen für Tore, Viehstände

und Überdachungen verarbeitet worden.

So begann ich gemeinsam mit Johann die Heizkörper ( größtenteils Spenden aus Balve)

Für das Schlachthaus und das Jugendhaus auszuwählen und in die entsprechenden Räume

zu bringen. Für die Rohrleitung wurde ein Aufmaß gemacht, so dass im Herbst mit der

Montage begonnen werden kann.

 

Die gespendete Buderus-Wandtherme habe ich in der Metzgerei  für die Warmwasserbereitung installiert.

Die Schweine in der Schweinezucht von Petroman gedeihen jetzt dank eines Präparates gegen

Wurmbefall, das von Franz Jedowski besorgt wurde, ganz prächtig.

Für die Rinderzucht in Petroman habe ich 4 Tränken besorgt und vor Ort mit Johann installiert. Mittlerweile stehen auch ein paar schöne Pferde im Stall, die in die Leiterwagen

eingespannt werden, sie arbeiten billiger als Traktoren!

 

Ein großes Problem entstand, als einer der Backöfen, der die caritativen Einrichtungen,

wie Schulspeisung, Kindergärten, Waisenhaus und Altenheime mit Brot versorgt,

ausfiel. Hier habe ich mit Johann eine Reparatur ( Schweißen der Züge) durchge-

führt. Ebenso haben wir die Erntemaschinen repariert.

 

Natürlich wurde auch gefeiert.

Am 15.6. war katholisches Kirchweihfest; den ganzen Tag über wurde gefeiert:

Es begann mit einer hl. Messe, danach gab es Tanzvorführungen auf dem Marktplatz.

Danach spielte eine Tanzkapelle im Hof des Caritashauses und Karl, er war bereits

dreimal zur Metzgereifortbildung bei Jedowski in Balve, hat die Gäste mit leckeren

Würstchen verwöhnt.

 

Am 1. 7. ging zurück bis Budapest gemeinsam mit Pastor Kobor, der seinen 4-wöchigen Urlaub in der Schweiz antrat.

 

z.Z. sind die Mitglieder des Arbeitskreises Rumänienhilfe der Kolpingsfamilie Balve:

Willi Allefeld und Michael Gödde in Ciacova um die letzten Planungen für das Schlachthaus

Vor Ort umzusetzen.

Ich werde dann, wenn alle Materialien vor Ort sind, im Herbst die Ausführung bzw. Bauleitung  für die Heizung und Warmwasser zu Ende bringen.

 

Weiterer Bericht folgt.

 

 

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