Balver helfen in Rumänien

Bericht über einen Besuch einer Delegation des Arbeitskreises Rumänienhilfe der Kolpingfamilie Balve in Ciacova Anfang Oktober 2005

 

„Wenn Jesus gewollt hätte, dass dieses Projekt scheitert, dann hätte er mir schon gleich zu Beginn ein Bein gestellt.“ Mit diesen Worten erklärt Pastor Georg Kobor der kleinen Abordnung der Kolpingfamilie Balve bei Ihrem Besuch in Ciacova im Südwesten Rumäniens die eigentlich unerklärliche Unermüdlichkeit, mit der er versucht, im wahrsten Sinne des Wortes karitativ zu arbeiten. Pastor Kobor leitet die Caritas-Station in Ciacova, die täglich und schon seit Jahren trotz aller staatlichen, finanziellen, organisatorischen und naturbedingten Hindernisse und Hürden versucht, den Menschen im Dorf zu helfen. Dabei gibt es kaum einen Bereich des Lebens, für den die Sozialstation keine Verantwortung übernommen hat.

 

Täglich werden 2000 Brotportionen an die Kinder verteilt. Mit einem alten, in Deutschland ausrangierten Bus werden die Kinder zu den Schulen gefahren, die sie sonst nicht besuchen könnten. Seelsorgetätigkeit, die verantwortungsbewusste Verteilung der Kleider-, Sach- und Geldspenden, ein Altenheim, eine Kochküche mit Essensausgabe, ein Zentrum zur medizinischen Grundversorgung, ein Kinderheim, ein Jugendhaus, ein landwirtschaftlicher Betrieb und eine Wurstküche mit Schlachthaus im Aufbau fallen in die Zuständigkeit von Pastor Kobor und seinen Helferinnen und Helfern. Damit verbunden sind alle Verwaltungs-, Personalleitungs-, Finanzierungs-, Verhandlungs- und Erziehungsfragen, die so ein großer Zuständigkeitsbereich mit sich bringt und die mit viel Geschick, Menschenkenntnis und Weitsicht bewältigt werden müssen.

 

Gespräche mit den Menschen von Ciacova verdeutlichten die Not der Menschen. So berichtete ein älteres Ehepaar, dass es sie fünf Monatsgehälter kostet, 1000 Liter Öl zu kaufen, die nur notdürftig dafür ausreichen, über den Winter zu kommen. Die landwirtschaftlichen Flächen können nicht nur wegen des Hochwassers vom Frühjahr kaum genutzt werden, sondern die für die Bearbeitung der Felder benötigten Treibstoffe werden so hoch besteuert, dass nur verarbeitungsarme Erntegüter angebaut werden können. Auch kann dadurch höchstens die Hälfte der zur Verfügung stehenden Nutzfläche überhaupt beackert werden. Die vom letzten Erdbeben gezeichneten Häuser konnten teilweise noch nicht wieder in Stand gesetzt werden, müssen aber trotzdem als Wohnraum dienen. Die ärmliche Kleidung, die unbefestigten Straßen, die vielen Pferdewagen, die zahllosen Straßenhunde, die fehlende Straßenbeleuchtung sind nur einige der auf den ersten Blick erkennbaren Zeichen der immer noch herrschenden Armut. Trotzdem waren die Menschen überaus freundliche Gastgeber.

 

Hermann Krekeler und Alfred Schraven überbrachten als Vertreter des Arbeitskreises Rumänienhilfe eine zur Deckung der laufenden Personal-, Material- und Energiekosten dringend benötigte Geldspende. Zugleich kümmerten sich Hermann Krekeler und Siegfried Bönning um die Heiz- und Rohrleitungssysteme, die in den bereits genutzten und noch in Planung befindlichen Gebäuden der Caritas-Station in Betrieb sind oder genommen werden sollen. Kompetente Planungsberatung, Systemwartung, Schulung der Mitarbeiter am Ölbrenner und handfeste Reparaturarbeiten im Rahmen der dortigen Möglichkeiten sind hier die Stichwörter. Franz Jedowski brachte seine Erfahrungen in Sachen Fleischverarbeitung und Wurstherstellung ein. Sein Ziel war, den beiden Männern in der Wurstküche im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln, wie das zur Verfügung stehende Fleisch so hygienisch, so fachgerecht und so vollständig wie möglich zu Wurst verarbeitet werden kann. Zu diesem Zweck hat er auch die beiden Männer nochmals für einige Wochen nach Balve eingeladen, damit sie hier lernen können, was ihnen in Rumänien niemand beibringen kann.

 

Der Besuch in Ciacova war ein Besuch in einer anderen Zeit und einer anderen Welt. Viele kleine Schritte sind als Ergebnisse der Arbeit der Caritas-Station von Ciacova und durch die Unterstützung aus Deutschland bereits getan worden. Doch auch weiterhin wird hier noch viel Hilfe benötigt werden.

 

von Alexander Winzen

 

 

 

Siegfried und Hermann mit Mitarbeitern im Schlachthaus

 

 

 

Inbetriebnahme Heizkessel Schlachthaus

 

 

 

Schulung der Mitarbeiter

 

 

 

Franz mit Sorien

 

 

 

Schulung in der Wurstküche

 

 

 

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Alexander Winzen